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BerraVia | Bypass für hochsensible Naturlandschaft | Projekte | Ausgabe 13 • August 2020 | Line Pipe Global

Line Pipe Global

Ausgabe 13 • August 2020

BerraVia

Bypass für hochsensible Naturlandschaft

Naturschutz und wirtschaftliche Interessen in Einklang zu bringen, ist häufig nicht ganz einfach. Ein gutes Beispiel, wie es doch gelingen kann, zeigt das Projekt »BerraVia« in Südfrankreich. HFI-geschweißte Rohre von Mannesmann Line Pipe spielen dabei eine wichtige Rolle.

 

Das französische Unternehmen Géosel-Manosque hat Anfang 2000 mit der Sanierung seines Pipelinenetzes aus den 1960er- und 1970er­-Jahre begonnen. Inzwischen wurden bereits knapp 70 Kilometer Leitungsrohre zwischen Lavéra und Manosque ausgetauscht. Beim Projekt »BerraVia« handelt es sich um einen Teilabschnitt der vor über 50 Jahren verlegten Géosel-Manosque-Kohlenwasserstoff- und Salzwasser-Pipelines GSM 1 und GSM 2. Die in diesem Abschnitt parallel verlaufenden Leitungen wurden seinerzeit aus wirtschaftlichen Gründen als kürzeste Direktverbindung durch die Bucht »Étang de Berre« verlegt.

Salzwiesen und Vogelschutz

Das Gebiet des Étang de Berre ist eine einzigartige Naturlandschaft aus Lagunen, Feuchtgebieten und Kalkhügeln. Mit rund 3.000 Hektar Größe ist es Lebensraum für über 350 Vogel- und 50 Säugetierarten, für 135 Tagfalterarten und zahlreiche Pflanzenarten, von denen mehrere endemisch sind, d. h., dass sie weltweit nirgendwo sonst vorkommen.


Neuer Trassenverlauf durch UVP

Nach einer umfangreichen Umweltverträglichkeitsprüfung wurde deshalb ein neuer Trassenverlauf festgelegt. Die neue Route verläuft nun nicht mehr durch die Bucht, sondern führt auf dem Landweg westlich und nördlich an der Kleinstadt Berre l’Etang vorbei. Die neue Trasse nutzt dabei zu rund 60 % bestehende Pipelinekorridore.

1.480 Rohre mit HDPE-Umhüllung

Die von Salzgitter Mannesmann Line Pipe gefertigten Stahlrohre DN 500 in Wanddicken von 8,0 mm, 10,0 mm und 12,5 mm wurden in L415ME ausgeführt und mit HDPE umhüllt. Die rund 2.200 Tonnen verteilten sich auf 1.480 Rohre, die sukzessive auf einen zentralen Lagerplatz in Rognac in Südfrankreich geliefert wurden. Für den vorgesehenen Einsatz sind sie je nach Wanddicke für Betriebsdrücke bis 80, 103 und 120 bar zugelassen.

 

Die Arbeiten in den hochsensiblen Gebieten fand nur außerhalb der Brutsaison statt. Im Bereich der Salzwiesen wurde der Graben für die neuen Abschnitte der GSM 1 und GSM 2 temporär mit Spundwänden gesichert.


 

Arbeitsbeginn im November 2018

Die Bauarbeiten wurden an Eiffage Infrastructures und die Verlegung der Pipeline an Denys France übertragen. Die neuen Rohrstränge wurden einen Meter unter Oberflächenniveau, an Kreuzungspunkten mit Eisenbahnen oder Straßen 1,5 m tief verlegt. Für die landwirtschaftliche Nutzung, wie Weinbau, Oliven- und Mandelbaumplantagen ergeben sich für die Zukunft keinerlei Einschränkungen. Die Verlegung erfolgte hier in einer Tiefe von 1,2 Metern.

Enge Zusammenarbeit mit Naturschützern

Von Beginn an waren Ökologen und Ornithologen in die Planungen und die Begutachtung des Bauablaufs involviert. Um die Vogelbrutzeiten zu berücksichtigen, wurden zwischen Frühjahr und Herbst 2019 deshalb keine Arbeiten in den sensiblen Landschaftsbereichen durchgeführt. Die letzten Bauarbeiten sollen im Laufe des Jahres 2020 abgeschlossen werden. In den meisten Bauabschnitten sieht es bereits jetzt wieder aus, als wenn nichts gewesen wäre. Und Dank der Baupause dürften auch die Vögel so gut wie nichts von den aufwendigen Verlegearbeiten mitbekommen haben. Operation gelungen, Bypass erfolgreich verlegt.


 

  Géosel – eines der größten Unternehmen für Transport und Lagerung fossiler Energien in Europa


Géosel – eines der größten Unternehmen für Transport und Lagerung fossiler Energien in Europa


Géosel verfügt insgesamt über 26 Kavernen für Kraftstoffe wie Heizöl, Diesel, Naphtha, Super und Kerosin mit einer Speicherkapazität von ca. 9 Mio. m³. Weitere sieben Kavernen sind an das Methangasterminal in Fos sur Mer angebunden und dienen zur Speicherung von Erdgas mit einem Volumen von 2,5 Mio. m³.

Hinzu kommen zwei Solekavernen sowie rund 400km Pipelines, die die ortsansässigen Raffinerien und petrochemischen Komplexe untereinander verbinden und an das nationale und internationale Pipelinenetz anbinden. Die zu lagernden Treibstoffe werden von Fos/Lavéra mit 70 bar Betriebsdruck zur Pumpenstation in Rognac geleitet, bevor sie in die entsprechenden bis zu 1.000 m tief gelegenen Speicher von Géosel eingespeist werden.


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