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Interview | Kunden neue Märkte und Anwendungsmöglichkeiten erschließen | Titelthema | Ausgabe 13 • August 2020 | Line Pipe Global

Line Pipe Global

Ausgabe 13 • August 2020

Interview

Kunden neue Märkte und Anwendungsmöglichkeiten erschließen

Auf die dynamischen Veränderungen in den Märkten der Stahl- und Energiewirtschaft müssen auch Mannesmann Line Pipe und seine Kunden reagieren. In Siegen sprachen wir mit Geschäftsführer Andreas Betzler über Produkte, Trends und Perspektiven.

Was zeichnet das Produktportfolio von Mannesmann Line Pipe aus?

Wir bedienen die unterschiedlichsten Branchen mit einem vergleichsweise sehr breiten Spektrum an Produkten. Von der Trinkwasserleitung bis zum Spezial-Ölfeldrohr für aggressive Öl-Gas-Gemische, vom Konstruktionsrohr für ein Stadion bis zum Hochleistungsbauteil im Maschinenbau. Wir sehen uns dabei nicht als reiner Rohrhersteller, sondern gehen in der Wertschöpfung weiter und versehen die Rohre mit bis zu drei zusätzlichen Schichten bei der Außenumhüllung, einer Innenbeschichtung und mit einer individuellen Endenbearbeitung, die auf beiden Seiten auch noch verschieden sein kann.

Wo haben sich die Produktanforderungen in den vergangenen Jahren am stärksten verändert?

Klimawandel und Energiewende sind die zentralen Themen, die für zahlreiche unserer Kunden neue Produkte erfordern. Im Zentrum der Innovationsstrategie von Mannesmann Line Pipe steht die Verminderung von CO2-Emissionen. Die Verwendung von Wasserstoff als Energieträger und -speicher wird aus unserer Sicht in einer Null-Emissions-Strategie im Industriesektor eine zentrale Rolle spielen. Des Weiteren ergibt sich bei industriellen Prozessen die Notwendigkeit, entstehendes CO2 zu extrahieren, zu transportieren und beispielsweise in ausgebeuteten Gasfeldern zu speichern. Hinzu kommt der Ausbau erneuerbarer Energien. Hier geht es jetzt um Transport und Verteilung großer Mengen elektrischer Energie bei Spannungen bis zu 550 kV.

 


»Die Anbindung an unsere Forschungspartner ermöglicht uns kontinuierliche Produktneu- und -weiterentwicklungen und erschließt unseren Kunden neue Anwendungsmöglichkeiten und Märkte.«Andreas Betzler

 

Sehr aktuelle Themen. Verfügen Sie hier bereits über marktreife Produkte?

Wasserstoff nimmt in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion inzwischen breiten Raum ein. Zahlreiche Unternehmen aus der Energiebranche befassen sich mit Transport und Speicherung und wir erhalten gezielte Anfragen dazu. Mit unseren MANNESMANN-H2ready-Rohren verfügen wir bereits heute über anwendungsfähige Produkte. Gleichzeitig arbeiten wir mit renommierten Partnern und in zahlreichen Netzwerken, um für unsere Kunden „up to date“ zu bleiben und zukünftige Entwicklungsstufen nicht zu verpassen.
Beim Thema CO2-Extraktion konnten wir an öffentlich geförderten Projekten partizipieren und Stähle bezüglich ihrer Eignung zum Transport von CO2-haltigen Gasgemischen erproben. Gemeinsam mit unseren Kollegen des Forschungsinstitutes der Salzgitter AG sind wir jetzt in der Lage, Kunden qualifiziert zu beraten und Projekte erfolgreich zu begleiten. Bei der Entwickung einer Systemlösung für Hoch- und Höchstspannungs-Kabelschutzrohre sind wir aktuell dabei, gemeinsam mit Partnern aus den Bereichen Projektierung, Verlegung, Netzbetrieb und Kabelherstellung ein technologisches Konzept mit anwendungsreifen neuen Produkten zu entwickeln.

Wovon profitieren die Kunden bei Produktentwicklungen am meisten?

Von Qualität, Know-how, Nähe und Austausch. Die Anbindung an unsere Forschungspartner ermöglicht uns kontinuierliche Produktneu- und Weiterentwicklungen und erschließt unseren Kunden neue Anwendungsmöglichkeiten und Märkte.

Wie läuft eine Produktentwicklung bei Mannesmann Line Pipe ab?

Neue Produktideen werden zunächst in unserer Abteilung Business & Development beurteilt und, wenn positiv bewertet, in einen sogenannten MRI-Prozess überführt. Hier wird die Produktidee durchkonzipiert und weiter ausgearbeitet. Je ein Verantwortlicher aus Verkauf und Technik sorgen dann dafür, dass die Idee mit ausgewählten Spezialisten aus unserem Unternehmen zur Marktreife gelangt.


Die Position der Produktmanager gibt es noch nicht sehr lange. Worin besteht deren Aufgabe genau?

Unsere Produktmanager sind aus der Abteilung der Technischen Kundenberatung hervorgegangen. Sie sind jetzt aktiv im Verkauf eingebunden und näher am Kunden. Sie tragen Verantwortung dafür, dass alle technischen Kundenanforderungen frühzeitig erkannt und bei der Produktionsplanung und der Fertigung präzise umgesetzt werden.

Ein Blick auf den Handel: Auch hier hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Was bedeutet das für Mannesmann Line Pipe?

Es zeichnet sich ab, dass das Online-Geschäft zukünftig stark an Fahrt aufnehmen wird. Neben den reinen Bestellprozessen wird dies natürlich auch Veränderungen in den Bereichen Vertrieb und Beratung mit sich bringen. Allerdings sind die Ausprägungen branchenspezifisch sehr unterschiedlich. Da wo „Standard“ gefragt ist, lässt sich Onlinehandel sicher leichter gestalten als dort, wo dezidierte Individuallösungen gefordert sind. Für Mannesmann Line Pipe ist aber entscheidend, sich je nach Branche und Auftraggeber auf die jeweiligen Kundenwünsche einzulassen. Das ist eine unserer Stärken, auf die wir auch zukünftig zählen können. Egal, ob der Verkauf digitalisiert oder traditionell abläuft.

Wie wird sich das Produktspektrum zukünftig weiterentwickeln?

Der Trend geht derzeit zu immer individuelleren Bauteilen. Losgröße 1 ist gewünscht, Kurzlängen könnten ein nachhaltiger Markttrend werden. Bei der wirtschaftlichen Verlegung von Leitungsrohren punkten wir dagegen weiterhin mit unseren Rohren bis 18 Meter Länge. Gleichzeitig qualifizieren wir höhere Güten als Substitut für z. B. Nahtlosrohre oder erweitern das Wanddickenspektrum für das Zap-Lok™-On- und Offshoreverfahren.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Wir werden die Produktentwicklungen für unsere Kunden weiterhin gemeinsam mit diesen umsetzen. Die Herausforderung für uns besteht darin, zu differenzieren, wo nachhaltig wiederkehrende Bedarfe mit entsprechender Wertschöpfung für unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter entstehen. Dafür das qualifizierte Personal zu haben und dies an Produktionsstandorten mitten in Deutschland – mit allen Vor- und Nachteilen – zu tun, ist eine große Herausforderung. Erfahrung, Fertigungskompetenz und die starke Marke MANNESMANN werden uns dabei sicher zugutekommen.

 

Andreas Betzler,
Geschäftsführer Mannesmann Line Pipe GmbH

Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann war Andreas Betzler zunächst vier Jahre im Firmenkreditgeschäft bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, einer international ausgerichteten Geschäftsbank mit Sitz in Düsseldorf. Nach erfolgreichem Abschluss eines berufsbegleitenden Studiums zum Diplom-Kaufmann folgten knapp 13 Jahre Tätigkeit bei den Hüttenwerke Krupp Mannesmann kurz „HKM“ in Duisburg. Andreas Betzler war dort Bereichsleiter für das Strategische Energiemanagement und in Personalunion Hauptabteilungsleiter Finanzen und Energiehandel. Im Februar 2016 wurde er zum Geschäftsführer bei Mannesmann Line Pipe bestellt. Zunächst verantwortete er die Ressorts Einkauf, Controlling, IT, Personal und Rechnungswesen. Seit Mai 2019 fallen auch Vertrieb und Marketing in seinen Verantwortungsbereich.


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