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Interview | »Von A nach B war gestern. Heute ist das ganze Alphabet gefragt.« | Titelthema | Ausgabe 12 • April 2019 | Line Pipe Global

Line Pipe Global

Ausgabe 12 • April 2019

Interview

»Von A nach B war gestern. Heute ist das ganze Alphabet gefragt.«

Damit Produkte von Mannesmann Line Pipe zur Mobilität beitragen können, müssen sie selbst in Bewegung gebracht werden. Ein mitunter sehr komplexes Thema, wie uns Thomas Bardzik in Siegen erläutert.

Welche Transport- und Logistikleistungen erbringt Mannesmann Line Pipe für seine Kunden?

Thomas Bardzik: Wir kalkulieren, organisieren und führen unterschiedlichste Transporte für unsere Kunden durch. Mal nach Kundenvorgabe, mal erarbeiten wir selbst die optimale Transportlösung zu Bestimmmungsorten auf der ganzen Welt. Vom einzelnen Rohr bis hin zum Maximalgewicht von 25.000 Tonnen, die auf ein Seeschiff passen. Das Ganze natürlich in Kombination und Abstimmung mit Produktion, Weiterverarbeitung, wie Innen- oder Außenbeschichtung, und Zwischenlagerung.

Welche Transportmittel kommen zum Einsatz?

Wir transportieren per Lkw und Bahn sowie per Seeschiff konventionell als auch in Containern. Unsere Werke verfügen jeweils über eigene Gleisanschlüsse, was vor allem bei großen Mengen von Vorteil ist. Häufig geht es aber auch um kombinierte Transporte.

Welche Rolle spielt die Logistikleistung bei der Auftragsvergabe für Kunden?

Die Liefer- und Logistikkette spielt eine immer wichtigere Rolle im Gesamtpaket einer Projektabwicklung. Erfahrung und Zuverlässigkeit spielen dabei die zentrale Rolle und sind unser großes Pfund, um uns von Wettbewerbern zu differenzieren. Es gilt einerseits die Möglichkeit enorme Einsparpotenziale herauszuarbeiten, andererseits das Risiko von Transportschäden durch erfahrene Partner oder bestmögliche Transport- und Lagerbedingungen zu minimieren. Bei großen Aufträgen führt dies zu umfangreichen Beratungsleistungen. Die Qualität der Logistikleistungen kann letztlich über Erfolg oder Misserfolg eines Projektes für den Auftraggeber entscheiden.

 


Die Qualität der Logistikleistungen kann letztlich über Erfolg oder Misserfolg eines Projektes für den Auftraggeber entscheiden.Thomas Bardzik

 

Wie haben sich die Kundenanforderungen in den vergangenen Jahren verändert und wie hat sich Mannesmann Line Pipe darauf eingestellt?

Immer weniger Kunden verfügen über eine eigene Logistikabteilung und Lagerhaltung. Das konnten wir peu à peu kompensieren. Im Laufe der Zeit haben wir ein ganzes Team an Logistikspezialisten gebildet. Erfahrene Leute, die sich mit den Anforderungen verschiedener Märkte und Kunden auseinandergesetzt haben und über sehr detailreiches Wissen verfügen. Die reine Lieferung von A nach B war gestern, heute ist das ganze Alphabet gefragt.

Was heißt das genau?

Zum Beispiel die unterschiedlichsten Kundenwünsche in Einklang mit den zahlreichen zu berücksichtigenden Vorschriften zu bringen. National wie international. Vom Abgleich unseres Anforderungsprofils an Speditionen über das Stellen von Entladekränen auf Lagerplätzen, die Einhaltung unserer zertifizierten Ladungssicherung, die Berücksichtigung von Anforderungen aus dem Umweltmanagement bis hin zur Zollabwicklung. Außerdem gibt es immer auch länderspezifische Eigenheiten z. B. bei den Lkw-Fahrern oder Speditionen.

Die richtigen Partner spielen also eine wichtige Rolle. Wie sieht die Zusammenarbeit konkret aus?

Wenn wir zum Beispiel Rohre für eine Pipeline nach Südfrankreich liefern, muss im Vorfeld genau geplant und begutachtet werden, dass die Lagerflächen groß genug und als solche nach unseren Vorgaben geeignet sind. Wie sehen die Zufahrten aus, wie und in welchen Zeiten kann angeliefert und nach unseren Vorgaben entladen und ordnungsgemäß gelagert werden. Oder wenn es um die Begleitung nach Übersee geht, da braucht man Partner, auf die man sich hundertprozentig verlassen kann. Im Laufe der Zeit haben wir da für unsere Kunden ein zuverlässiges Netzwerk aufgebaut. Wir profitieren natürlich gegenseitig von unseren langjährigen, zum Teil gemeinsam gemachten, Erfahrungen. Wir begleiten unsere Transporte aber nach wie vor auch selbst oder sind vor Ort, um Lieferungen entgegenzunehmen.


Was gilt es noch zu beachten?

Häufig geht es ja um kombinierte Transporte. Zum Beispiel von Hamm oder Siegen per Lkw oder Bahn nach Bremen oder Antwerpen und von dort aus per Schiff nach Übersee. Das will natürlich alles genau und minutiös geplant sein – wann kommt die Ware wo an, wer nimmt sie entgegen wo, wird sie wie zwischengelagert, wer dokumentiert, dass beim Be- oder Entladen nichts beschädigt wurde, wer begleitet die Zollpapiere, wie ist die Entladesituation vor Ort im Bestimmungshafen und wie geht es von dort aus zum Einsatzort weiter. Das muss alles geklärt sein, bevor die Rohre unsere Werke verlassen.

Das geht vermutlich nicht immer ganz glatt, oder?

Im Großen und Ganzen schon. Die Lieferkette ist allerdings teilweise so lang, dass immer mal etwas mit unserem Frachtgut passieren kann, was nicht in unserer eigenen Hand liegt. Vor allem der Warenumschlag, zum Beispiel von der Bahn aufs Schiff oder beim Abstapeln auf engen Lagerplätzen, birgt ein gewisses Risiko der Beschädigung unserer Rohre oder der Beschichtung. Da sind wir natürlich darauf vorbereitet und können im Notfall kurzfristig speziell geschulte Mitarbeiter zur Verfügung stellen, die Ausbesserungen nach den gültigen Regelwerken und mit unserem Qualitätsanspruch ausführen.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Ein Aspekt liegt sicher im Personal- und Fachkräftemangel – vom Lkw-Fahrer und Lokführer über den Hafenmitarbeiter bis hin zum Surveyor. Die Erfassung und Berechnung von CO2-Bilanzen in Bezug auf Umweltverträglichkeiten ist ein ganz aktuelles Thema. Wir befassen uns natürlich mit der Digitalisierung in der Produktion und bei logistischen Abläufen. Ein weiterer Schwerpunkt wird sicher die Wahrung der kurzfristigen Reaktionsfähigkeit bei zunehmenden Wetterextremen sein. Die Sicherstellung der Warenströme bei Hurrikanen, wie in den USA, regionalen Starkregenphänomenen oder zuletzt das extreme Niedrigwasser auf dem Rhein 2018 bringen ganz neue Herausforderungen mit sich.

 

Thomas Bardzik,
Einkauf Logistik

Nach der Ausbildung zum Bürokaufmann bei einem familiengeführten stahlverarbeitenden Unternehmen fand Thomas Bardzik 2009 seinen Weg zu Mannesmann Line Pipe. In der Logistik war er seitdem hauptsächlich für die Abwicklung der innerdeutschen Teil- und Komplettladungen verantwortlich. Seit 2017 ist er im Frachteneinkauf tätig und organisiert seither die Transportlösungen via Straße, Schiene und den Seeweg für Mannesmann Line Pipe.


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