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thyssenkrupp Elevator, Testturm Rottweil | Maßgeschneiderte Eleganz aus Glasgewebe und Stahl | Projekte | Ausgabe 11 • April 2018 | Line Pipe Global

Line Pipe Global

Ausgabe 11 • April 2018

thyssenkrupp Elevator, Testturm Rottweil

Maßgeschneiderte Eleganz aus Glasgewebe und Stahl

Hoch oben, über Schwäbischer Alb und Schwarzwald, thront eine neue Technologie-Landmarke. Sie ist Testlabor und Leichtbaustatement zugleich. Die HFI-geschweißten Stahlrohre für die Unterkonstruktion der einzigartigen und innovativen Textilfassade lieferte Mannesmann Line Pipe.

»Wie testet man Aufzüge wohl am besten?«, mögen sich die Entwicklungsingenieure von thyssenkrupp Elevator vor dem Bau dieses Testlabors der Extraklasse gefragt haben. So einfach die Frage, so plausibel die Antwort – unter realen Bedingungen.

Wenn man aber nicht nur testen, sondern auch noch praxisorientiert forschen will, benötigt man ein möglichst hohes Gebäude. Und zwar eines mit vielen Aufzugsschächten darin, die eigentlich gar nicht in Benutzung sind. Und was es nicht gibt, muss gebaut werden – oder wie in diesem Fall, erst einmal gedacht, entworfen und dann gebaut werden.

Architektur und Aufzüge, die die Welt verändern

Auch wenn der Testturm in der idyllischen Landschaft um Rottweil errichtet wurde, haben Architektur und Aufzüge das Zeug, die Metropolen der Zukunft nachhaltig zu verändern. Denn zwei zentrale Themen wurden hier in einem Bauwerk vereint – ressourcenschonendes Bauen und effiziente Personenbeförderung im Hochhaus der Zukunft.

Intelligente Turmumhüllung

Das tragende System des Turms besteht aus einer Stahlbetonröhre mit knapp 21 m Außendurchmesser und einer multifunktionalen Membranumhüllung. Diese dient nicht nur einer optischen Aufwertung, sondern übernimmt auch eine wichtige Rolle bei der Reduzierung thermischer und durch Wind induzierter Lasten am Turm. Das Konzept der Membran ermöglichte so eine nachhaltige, materialsparende und zukunftsweisende Gebäudekonstruktion. Installiert wurde sie an einer spiralförmigen Stahlrohrkonstruktion, die eine besonders aerodynamische Wendelform vorgibt.

MULTI – der Aufzug der Zukunft

Bereits heute lebt die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Dieser Anteil wird bis zum Ende des Jahrhunderts auf 70 % ansteigen. Für zahlreiche zukünftige Herausforderungen stellen Hochhäuser aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht die effizienteste Lösung dar. Der Optimierung der Erschließung hoher Gebäude kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu, wenn es um Zukunftskonzepte moderner und intelligenter Städte geht.

Grund genug also, das im Prinzip 160 Jahre alte Konzept des konventionellen Fahrstuhls zu überdenken. Mit zehn Versuchsschächten und Fahrgeschwindigkeiten von bis zu 18 m/s bietet der Testturm bisher ungeahnte Experimentiermöglichkeiten. Zum Beispiel mit dem MULTI-System, dem weltweit ersten Aufzug ohne Seil. Mit diesem hochinnovativen Konzept könnten gleichzeitig mehrere Aufzugkabinen in nur einem Schacht befördert werden. Durch die Technologie der Magnetschwebebahn kann die Förderleistung um bis zu 50 Prozent gesteigert und der Raumbedarf in Gebäuden erheblich gesenkt werden. Daraus resultiert die Möglichkeit, Hochhäuser mit einem schlankeren Kern und mit deutlich reduzierterer Masse zu realisieren.

 

Der Turm erhält seine prägnante Form durch eine Unterkonstruktion mit sechs parallel verlaufenden Strängen aus gebogenen, HFI-geschweißten Stahlrohren. Daran wurden rund 17.000 m² Glasfasermembran befestigt.

Schauen Sie sich die spannende SWR-Dokumentation rund um Konzeption und Bau des Testturms an (verfügbar bis 3.10.2018).


Der Testturm ist das einzige Hochhausbauwerk weltweit, das künstlich in Schwingung versetzt werden kann.


 

Oben: Die Unterkonstruktion hält die Mebran auf dem exakt berechneten Abstand zum Turm. Unten: Die Montage der Stahlträger wurde vor Ort präzise vorbereitet.

 

Perfekte Testumgebung

Um den Turm auch bei größten Windlasten schwingungsfrei zu halten, wurde wie bei vielen hohen Gebäuden üblich, ein tonnenschweres Pendeldämpfersystem auf 200 m Höhe eingebaut. So weit, so normal. Doch das Dämpferprinzip lässt sich in Rottweil künstlich umkehren. Der Testturm ist somit das einzige Hochhausbauwerk weltweit, das gezielt in Schwingung versetzt werden kann. Schließlich war die Vorgabe ja, Aufzüge unter realen Bedingungen testen zu können – simulierte Windlasten oder Erschütterungen durch Erdbeben inklusive.

Passgenaue Stahlrohre

Mannesmann Line Pipe lieferte die HFI-geschweißten Rohre im Durchmesser 356,6 mm mit einer Rohrwanddicke von 10 mm im Auftrag von thyssenkrupp Schulte in Leipzig an STURM Metallbearbeitung in Daaden. Dort wurden die Rohre im Kaltbiegeverfahren mit den entsprechenden Radien versehen und zur Weiterverarbeitung vorlackiert.


Die Teflon-Beschichtung der Membran sorgt für dauerhaftes Weiß


 

Anspruchsvolle Installationsarbeiten

Ging es bei der Stahlbetonröhre des Turms von unten nach oben, sollte es bei der Montage der Außenhaut von oben nach unten gehen. Die eigens konstruierte Montageplattform wurde ringförmig um den Turm gebaut und konnte Stück für Stück abgelassen werden. Schwierigkeiten bereitete allerdings das schlechte und wechselhafte Wetter im Sommer 2017, weshalb die Arbeiten immer wieder unterbrochen werden mussten. Um die verlorengegangene Zeit aufzuholen, waren jeweils 20 erfahrene Industriekletterer in zwei Schichten rund um die Uhr im Einsatz, um die Membran zu installieren.

17.000 m² Hightech

Auch die Membran selbst ist eine Neuentwicklung. Das Material besteht aus Glasfasern und wurde in München entwickelt, in Krefeld produziert, in Polen zugeschnitten und zuvor bei der DEKRA in Stuttgart getestet und zugelassen. Was zu Beginn der Installation noch nach Materialfehler aussah, hatte die Sonne schnell wieder ausgeglichen: Das Material der ca. 12 x 18 m großen, hydraulisch vorgespannten Bahnen blich von der UV-Strahlung aus und die schmutzabweisende Teflonbeschichtung sorgt für dauerhaftes Weiß. Vor strahlendblauem Himmel sicher die adäquate Farbe für die neue Technologie-Landmarke im Südwesten Deutschlands.

 

Montagearbeiten in schwindelerregender Höhe. Teilweise waren bis zu 20 Industriekletterer pro Arbeitsschicht im Einsatz.


Der Testturm in Zahlen

Die Besucherplattform in 232 m Höhe ist die höchste Deutschlands.

Turmhöhe: 246 Meter

Membran: ca 17.000 m²

Aufzugschächte: 12

(inkl. Besucher- und Rettungsfahrstuhl)

Öffnungszeiten für Besucher:

Fr.: 10 – 18 Uhr · Sa.: 10 – 20 Uhr Sonntag / Feiertag: 10 – 18 Uhr

Weitere Informationen:

(http://www.testturm.thyssenkrupp-elevator.com)


Interview mit Cay-Hubertus Fink, Verkaufsleiter Rohre thyssenkrupp Schulte, Niederlassung Leipzig

Cay-Hubertus Fink ist ein echtes Urgestein, wenn es um den Handel mit Rohren geht. Seit 45 Jahren ist der gebürtige Hannoveraner in der Branche unterwegs und hat seitdem einiges erlebt. Im Gespräch mit Verkaufsleiter Konrad Thannbichler gibt er Einblicke in seine Arbeit und die Zusammenarbeit mit Mannesmann Line Pipe.


Mannesmann steht seit jeher für Qualität, Zuverlässigkeit und gute technische Beratung.Cay-Hubertus Fink

Herr Fink, wie würden Sie die Zusammenarbeit mit Mannesmann Line Pipe beschreiben?

Ich bin seit knapp 40 Jahren Kunde bei Mannesmann Line Pipe bzw. den Vorgängerunternehmen. Die Zusammenarbeit empfinde ich dabei als ausgesprochen gut. Ich habe einen sehr engen Kontakt zu meinen Ansprechpartnern und wir pflegen einen offenen und persönlichen Austausch miteinander.

Was hat sich aus Ihrer Sicht im Laufe der Zeit verändert?

Im Vergleich zu früher haben sich eine Menge Faktoren geändert. Wir leben in einer globalisierten und digitalisierten Welt, wo immer mehr Transparenz herrscht und mehr Anbieter zur Verfügung stehen. Während wir früher den Fokus auf den deutschen Markt gelegt haben, sind wir heute auf der ganzen Welt aktiv. Geändert hat sich auch der Einkauf. Früher waren die Bedarfe in Einkaufsgenossenschaften gebündelt und leichter zu bearbeiten. Heute sind die Bestellungen wesentlich kleinteiliger.

Sie waren auch an dem Bau des thyssenkrupp Testturms beteiligt. Welche Materialien haben Sie dafür geliefert?

Wir haben ca. 300 Tonnen HFI-geschweißte Stahlrohre für die Außenfassade geliefert. Die Zusammenarbeit mit Mannesmann Line Pipe war dabei sehr gut und es wurden alle Liefer-termine eingehalten.

Wie gefällt Ihnen unser neuer Firmenname Mannesmann Line Pipe mit der Betonung der Marke Mannesmann?

Ich habe damals meine Ausbildung bei Mannesmann begonnen und bin demnach eher von der alten Schule. Dass der Name Mannesmann nun wieder stärker in den Fokus gerückt wird, finde ich als ehemaliger Mitarbeiter natürlich gut. Grundsätzlich war es schade, mitanzusehen, dass der Name für einige Jahre nicht mehr die Bedeutung hatte, die er eigentlich verdient.


Nutzt Ihnen als Händler der Name Mannesmann als Verkaufsargument?

Ja, Mannesmann steht seit jeher für Qualität, Zuverlässigkeit und gute technische Beratung.

thyssenkrupp Schulte ist deutschlandweit ein auch vom Wettbewerb respektierter Lieferant. Was macht Ihren Erfolg aus?

Wir sind ein Sparringspartner auf Augenhöhe und zählen als Werkstoffhändler seit über 120 Jahren zu den Marktführern der Branche. Unser Know-how bei Produkten, technischer Beratung sowie Logistikthemen macht uns zum idealen Partner für die weiterverarbeitende Industrie.
Ein weiterer ganz entscheidender Erfolgsfaktor ist die Nähe zu unseren Kunden. Mit über 40 Niederlassungen bieten wir einen deutschlandweiten Netzverbund mit eigener Lagerhaltung. Über unser leistungsfähiges Logistiksystem ermöglichen wir unseren Kunden eine flächendeckende und zuverlässige Belieferung mit bester Servicequalität.

Zuletzt wurde viel berichtet, dass sich das Rohr- und Stahlgeschäft komplett ins Internet verlagern könnte. Klassische Händler wären dann überflüssig. Wie sehen Sie das?

Digitalisierung ist auch für uns ein großes Thema und wir haben bereits Onlineportale für unsere Kunden und für Privatpersonen aufgesetzt, um zusätzliche Kanäle zur Verfügung zu stellen. Persönlich glaube ich, dass es wichtig ist, sich intensiv mit der Digitalisierung zu befassen und Lösungen zu erarbeiten.
Klar ist, dass in Zukunft Werkstoffe auch übers Internet gekauft werden. Ich glaube aber auch, dass es nach wie vor wichtig sein wird, den persönlichen Kontakt anzubieten und als Händler mit technischer Beratung, Know-how sowie individuellen Lösungen für jeden einzelnen Kunden zu punkten.

Was könnte Mannesmann Line Pipe als Lieferant noch besser machen?

Wie eingangs gesagt, bin ich grundsätzlich sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit. Verbessern könnte man den Informationsfluss bei Preisentwicklungen. Das könnte noch schneller gehen.

Vielen Dank für das Gespräch!


thyssenkrupp Elevator

thyssenkrupp Elevator umfasst die weltweiten Konzernaktivitäten im Geschäftsfeld Personenbeförderungsanlagen von thyssenkrupp. Mit einem Umsatz von 7,7 Mrd. € im Geschäftsjahr 2016/2017 und Kunden in 150 Ländern hat sich thyssenkrupp Elevator seit seinem Markteintritt vor 40 Jahren als eines der führenden Aufzugsunternehmen der Welt etabliert.

Mit dem Bau des Test- und Entwicklungsturms in Rottweil ist das Unternehmen in der Lage, technologisch führende und geprüfte Anlagen für die höchsten Gebäude der Welt zu liefern.

Foto: © thyssenkrupp


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