Line Pipe Global

Ausgabe 16 • Januar 2026

Mit Höchstspannung erwartet

Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien muss vor allem das Höchstspannungsnetz an die veränderten Erzeugungs- und Verbrauchsstrukturen angepasst werden. HFI-geschweißte Stahlrohre von Mannesmann Line Pipe können dabei einen wesentlichen Beitrag zum Schutz dieser kritischen Infrastruktur leisten.

Die zunehmende Elektrifizierung von Technologien und Prozessen macht das Stromnetz zur wichtigsten Lebensader für Industrie, Gewerbe, Verwaltung und Privathaushalte. Für eine effiziente Stromverteilung sind umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen, insbesondere im Höchstspannungsnetz, erforderlich. Erdverlegte Stromkabel gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung.

Für alle Fälle gut gerüstet
Besondere Herausforderungen für den erdverlegten Kabelschutz ergeben sich bei der Querung von Flüssen, Straßen und Bahntrassen. Aber auch in innerstädtischen, räumlich engen Verhältnissen, bei denen bereits zahlreiche Leitungen und Rohre installiert sind und neue hinzukommen sollen. Hier bieten HFI-geschweißte Stahlrohre einen sicheren und langlebigen Schutz.

Kabelschutzrohre aus Stahl
Im Vergleich zu anderen Werkstoffen bietet Stahl eine Vielzahl an Vorteilen:

Mechanische Belastbarkeit

  • Stahlrohre bieten einen hohen Widerstand gegen Druck und Schläge und können hohe Zugkräfte bei grabenlosen Verlegeverfahren aufnehmen.

Variantenvielfalt

  • Außenbeschichtungen wie PE, PP, Faserzement oder GFK erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegenüber unterschiedlichsten Bodenverhältnissen und Beanspruchungen. Zusätzlich können Stahlrohre in ein kathodisches Korrosionsschutzsystem (KKS) eingebunden werden, was eine automatische Zustandsbewertung der Infrastruktur ermöglicht.

Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)

  • Stahlrohre reduzieren die elektromagnetischen Felder um das Kabel und verringern so mögliche Beeinflussungen benachbarter Infrastrukturen.
Die Einsteck-Schweißmuffe (ESM) mit Innenabschrägung am Rohrende sorgt für schadenfreien Kabeleinzug. Die Montage erfolgt durch eine einfache Kehlnahtschweißung. Das System ist auch für grabenlose Anwendungen geeignet.

Die Einsteck-Schweißmuffe (ESM) mit Innenabschrägung am Rohrende sorgt für schadenfreien Kabeleinzug. Die Montage erfolgt durch eine einfache Kehlnahtschweißung. Das System ist auch für grabenlose Anwendungen geeignet.


Die ZSM-Muffe des Herstellers Carl Hamm ermöglicht die formschlüssige Endmontage ohne Werkzeug oder Schweißarbeiten vor Ort. Die Verbindung ist gasdicht, lösbar und für hohe Zug-kräfte ausgelegt.

Die ZSM-Muffe des Herstellers Carl Hamm ermöglicht die formschlüssige Endmontage ohne Werkzeug oder Schweißarbeiten vor Ort. Die Verbindung ist gasdicht, lösbar und für hohe Zug-kräfte ausgelegt.

Für jeden Einsatz geeignet
HFI-geschweißte Kabelschutzrohre aus Stahl sind für alle gängigen Verlegeverfahren und insbesondere für grabenlose Techniken wie das HDD-Verfahren (Horizontal Directional Drilling) geeignet. Ein zentraler Aspekt bei der langlebigen und sicheren Erdverlegung ist die Verbindungstechnik. Neben dem äußeren Kabelschutz spielt auch das schadfreie Einziehen der Kabel selbst eine wichtige Rolle. Mannesmann Line Pipe bietet je nach Anwendung drei Produktvarianten an:

Einsteck-Schweißmuffe (ESM)
Diese Verbindungstechnik ist aus dem Wasserleitungsbau und der innerstädtischen Verlegung von Kabeldruckrohren bekannt und wurde für den Einsatz als Kabelschutzrohr weiterentwickelt. Die Innenabschrägung am Rohrende schützt die Kabelisolierung beim Einziehen. Die Montage erfolgt durch eine einfache Kehlnahtschweißung und ist auch für grabenlose Anwendungen geeignet.

Rohrende mit Schweißfase
Für Anwendungen, bei denen hohe Zugkräfte erforderlich sind oder das Einziehen ohne Muffenverbindung erfolgen muss, werden die Rohrenden mit einer vorbereiteten Schweißfase geliefert. Der nominelle Fasenwinkel beträgt 30°±5°, die Steghöhe 1,6 mm±0,8 mm. Zur Vermeidung von Kabelschäden muss die Schweißwurzel im Rohrinneren plan abgeschliffen werden.

Zugfeste Steckmuffe (ZSM)
Für Baustellen ohne Schweißmöglich-keit oder bei engem Zeitrahmen bietet sich die ZSM-Muffe des Herstellers Carl Hamm an. Bei diesem System werden Muffen- und Spitzendenteil werkseitig angeschweißt und die Schweißwurzel wird ausgeschliffen. Die formschlüssige Endmontage erfolgt durch kettenförmige Scherelemente ohne zusätzliches Werkzeug oder Schweißarbeiten vor Ort. Die Verbindung ist gasdicht, lösbar und für hohe Zugkräfte ausgelegt.


Erprobter Einsatz bei den Stadtwerken München
Die Stadtwerke München Infrastruktur (SWM) betreibt ein ca. 400 km langes 110-kV-Gasdruckkabelnetz als übergeordnetes Stromverteilnetz, das sukzessive durch VPE-Hochspannungskabel ersetzt und massiv ausgebaut werden soll. Hintergrund für den Ausbau sind die Lastprognosen im Zusammenhang mit der Energie-, Wärme- und Mobilitätswende. Insbesondere die Sicherheits-aspekte haben die SWM dazu bewogen, ihre 110-kV-Kabel auch in Zukunft in Stahlrohren zu verlegen, die mit 2 bar Betriebsdruck zur Fernüberwachung betrieben werden können. Zum Einsatz kamen inzwischen rund 50 km Stahlrohre mit Einsteck-Schweißmuffe (ESM) in DN 150 und DN 200. Die Lieferungen erfolgen bedarfsgerecht in der Ausführung innen rohschwarz und mit einer mit 2 mm starken HDPE-Außenbeschichtung.

Für den Ausbau des 110-kV-Verteilnetzes der Stadtwerke München Infrastruktur kamen bei der Unterquerung der A95 u. a. auch HFI-geschweißte Stahlrohre von Mannesmann Line Pipe zum Einsatz.

Für den Ausbau des 110-kV-Verteilnetzes der Stadtwerke München Infrastruktur kamen bei der Unterquerung der A95 u. a. auch HFI-geschweißte Stahlrohre von Mannesmann Line Pipe zum Einsatz.


Technische Informationen

Durchmesser: 114,3 mm bis 610,0 mm
Wanddicken: von 5 –12 mm
Längen: bis zu 16 m
Herstellnorm: EN 10217-1 oder -3
Güten: P235TR1 – P355NH

Weitere Informationen und die Fachpublikation ›Kabelschutzrohre aus Stahl für die Städte der Zukunft‹ finden Sie zum Download auf unserer Website
https://www.mannesmann-innovations.com/de/innovationen/kabelschutzrohre
 


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