Line Pipe Global

Ausgabe 16 • Januar 2026

»Die Zukunft unserer Kunden ist grün.«

Die globale Energiebranche und die energieintensiven Industriebranchen befinden sich inmitten eines tiefgreifenden Wandels. Angetrieben durch den Klimawandel, technologische Innovationen und politische Vorgaben vollzieht sich eine Transformation hin zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft. Als Pioniere mit dabei: die Salzgitter AG und Mannesmann Line Pipe.

Deutschland soll bis 2045, die EU bis 2050 klimaneutral werden. Dies verlangt eine enorme Reduzierung der Treibhausgasemissionen und einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien. Damit verbunden sind hohe Investitionskosten in klimaneutrale Technologien, angepasste Produktionsprozesse und nachhaltige Produkte. Damit der Transformationsprozess an Fahrt aufnehmen kann, müssen sowohl die Energieerzeugung, -verfügbarkeit und -verteilung als auch das Angebot und die Nachfrage regenerativer Energien in Einklang gebracht werden. Eine wesentliche Rolle spielt dabei der politische Wille, um den gesamten Prozess dynamisch anzuschieben. Klare Rahmenbedingungen sind deshalb notwendig, um Investitionen zu fördern und Innovationen zu unterstützen.

Auf dem besten Weg: regenerative Energieerzeugung
Erneuerbare Energien wie Solar-, Wind- und Wasserkraft bilden die Basis der grünen Transformation. EU-weit machte Strom aus Kohle 2024 nur noch einen Anteil von 10 % aus. Und in Deutschland lag der Bruttostromverbrauch laut Umweltbundesamt im Jahr 2023 bei 52,5 % erneuerbarer Energien.

Energiespeicher – Kavernen können auch Wasserstoff
Zweiter zentraler Baustein der Energiewende ist die Energiespeicherung als Grundlage der Versorgungssicherheit. Grünem Wasserstoff kommt hier eine zentrale Rolle zu. Mit ihm können große Energiemengen über lange Zeiträume gespeichert und bedarfsgerecht abgerufen und verteilt werden.
    Erste Versuche, Wasserstoff auf gleiche Weise wie Erdgas in großen Mengen zu speichern, wurden vom Kavernenbetreiber Storag in Etzel (Landkreis Wittmund) bereits im Februar 2023 erfolgreich durchgeführt. 2024 wurde eine Pilotkaverne vom Energiekonzern Uniper in Krummhörn (Landkreis Aurich) in Betrieb genommen und mit dem Projekt epe-H2 plant auch der Energieversorger RWE ab 2027 den kommerziellen Betrieb eines Wasserstoffspeichers in Gronau-Epe.

Zertifizierte Mannesmann H2ready® Produkte finden immer häufiger Einsatz für die Transformation hin zur Wasserstoff-Wirtschaft.

Zertifizierte Mannesmann H2ready® Produkte finden immer häufiger Einsatz für die Transformation hin zur Wasserstoff-Wirtschaft.


Wichtiger Schritt in Richtung Wasserstoffwirtschaft: Unipers symbolischer Start der H2-Speicherung am Kavernenplatz in Krummhörn. V. l. n. r.: Doug Waters, Holger Kreetz, Hilke Looden, Michael Lewis, Olaf Lies, Olaf Meinen, Frank Holschumacher, Martin Strzeja.
Foto: © Andreas Burmann

Wichtiger Schritt in Richtung Wasserstoffwirtschaft: Unipers symbolischer Start der H2-Speicherung am Kavernenplatz in Krummhörn. V. l. n. r.: Doug Waters, Holger Kreetz, Hilke Looden, Michael Lewis, Olaf Lies, Olaf Meinen, Frank Holschumacher, Martin Strzeja. Foto: © Andreas Burmann

Wasserstoff-Kernnetz für flächendeckende Energieverteilung
Um Wasserstoff flächendeckend und bedarfsgerecht verfügbar zu machen, muss das bestehende Erdgasnetz umgebaut werden. Mitte 2024 wurde dazu der Kernnetzantrag der Fernleitungsnetzbetreiber von der Bundesnetzagentur genehmigt. Damit ist der Weg für die Realisierung des Wasserstoff-Kernnetzes in Deutschland frei. Mit dem Kernnetz werden zentrale Wasserstoffstandorte miteinander verbunden – von Erzeugungszentren und Importpunkten über Speicher bis hin zu künftigen Abnehmern in Industrie und Kraftwerken. Das genehmigte Kernnetz umfasst in Deutschland eine Gesamtlänge von 9.040 Kilometern. Rund 60 Prozent der Leitungen werden dabei vom bisherigen Erdgasbetrieb auf Wasserstoff umgestellt. Zusätzlich werden bis 2032 rund 3.600 km neue Pipelines benötigt.

CO2-neutrale Herstellungsprozesse
Um die angestrebten Ziele zur CO2-Reduktion zu erreichen, müssen die regenerativ erzeugten Energien schnellstmöglich in den energieintensiven Herstellungsprozessen der Branchen wie Chemie, mineralische Baustoffe und Stahlerzeugung und -weiterverarbeitung zur Anwendung kommen. Hier leisten die Salzgitter AG und Mannesmann Line Pipe echte Pionierarbeit und verfolgen konsequent den Pfad Richtung Klimaneutralität.



Klimafreundliche Stahlproduktion wird Realität
Was im Jahr 2015 mit ersten Überlegungen begann, ist inzwischen in Teilbereichen schon Realität geworden. Mit dem Projekt SALCOS® (Salzgitter Low CO2 Steelmaking) befindet sich die Salzgitter AG bereits mitten in der Transformation zur CO2-neutralen Stahlproduktion und Stahlweiterverarbeitung.
    Leitgedanke war und ist die konsequente ›Carbon Direct Avoidance‹-Strategie, also CO2 im Produktionsprozess erst gar nicht entstehen zu lassen. Deshalb werden die drei bestehenden Hochöfen der Salzgitter Flachstahl bis 2033 schrittweise durch Direktreduktionsanlagen und Elektrolichtbogenöfen ersetzt. Insgesamt kann der CO2-Ausstoß bei der Stahlherstellung dann um über 95 % gegenüber der heutigen Hochofenroute gesenkt werden.

Neuer Technologieansatz zur CO2-reduzierten Stahlproduktion
Bei der Direktreduktion handelt es sich um eine Technologie, die bei der Herstellung von Eisen keinen Kohlenstoff mehr benötigt. Eisenerz wird dann mithilfe von Wasserstoff in Eisenschwamm, also fast reines Eisen, reduziert. Statt CO2 entsteht dabei Wasser, das im integrierten Prozess weiterverwendet wird. Die erste Direktreduktionsanlage wird schon Anfang 2027 in Betrieb gehen.

Eigene Herstellung von grünem Wasserstoff
Für die Produktion von grünem Wasserstoff mittels PEM-Elektrolyse wurden bereits 2020 sieben Windenergieanlagen auf dem Konzerngelände in Salzgitter in Betrieb genommen. Zusammen mit dem hocheffizienten Hochtemperatur-Elektrolyseur kann der Wasserstoffbedarf für Glühprozesse und für die Stahlveredelung bereits heute abgedeckt werden.
    Zur Versorgung der sich im Bau befindenden Direktreduktionsanlage wird aktuell eine 100-MW Elektrolyseanlage auf dem Werksgelände in Salzgitter errichtet. Der hier erzeugte Wasserstoff wird dann mit Erdgas gemischt als Reduktionsmittel verwendet.

Aus Schrott wird CO2-reduzierter Stahl
Ebenfalls 2020 wurde die Belieferung der Salzgitter Flachstahl mit Brammen aus Elektrostahl der Konzernschwester Peiner Träger vereinbart.
    Beim Stahlerzeugungsverfahren aus 100 % Schrott über einen Elektrolichtbogenofen muss das Eisen nicht erst vom gebundenen Sauerstoff befreit werden. Im Vergleich zur Stahlerzeugung über die konventionelle Hochofenroute lässt sich die entstehende Menge an CO2 auf etwa ein Viertel reduzieren.



Weiterer Meilenstein der Herstellerkompetenz
Das Thema CO2-reduzierter Stahl ist längst auch bei Mannesmann Line Pipe angekommen. Im August 2024 wurde das erste SALCOS® Coil zu CO2-reduzierten Stahlrohren verarbeitet.
    Frühzeitig gesichert hatte sich das Kontingent der niederländische Gasnetzbetreiber Gasunie. »Die Weiterverarbeitung von SALCOS® Stahl zu CO2-reduzierten Stahlrohren sehen wir als weiteren wichtigen Meilenstein in der über 130-jährigen Mannesmann Herstellerkompetenz«, so Verkaufsleiter Konrad Thannbichler. »Technologieführerschaft in der Herstellung und der Anwendung unserer Produkte made by Mannesmann sehen wir nach wie vor als großes Plus für unsere Kunden.«

Schwungrad Mannesmann H2ready® Produkte
Mit seinem breiten Produktspektrum an HFI-geschweißten Stahlrohren will Mannesmann Line Pipe einen wichtigen Beitrag zur grünen Transformation leisten. »Obwohl der Weg zum klimaneutralen Wirtschaften noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, wollen wir Innovationstreiber sein und diesen Weg mit unseren Kunden gemeinsam gestalten und beschreiten«, so Konrad Thannbichler weiter. Dazu gehören zum Beispiel auch die Mannesmann H2ready® Produkte. Immer häufiger werden Leitungsrohre auf ihren späteren Einsatz mit Wasserstoff hin spezifiziert.

Die Zukunft ist grün
Und dass zukünftig im Konzernverbund mehr und mehr CO2-reduzierter Stahl verarbeitet werden kann, sieht er als Schwungrad für eine dekarbonisierte Wirtschaft. »Wenn wir unsere eigenen Produkte und Prozesse weiter CO2-reduzieren, schlägt sich das auch in den Produkten und CO2-Bilanzen unserer Kunden nieder.«
    Und damit beschleunigt sich der gesamte Transformationsprozess. »Grün ist nicht nur die Hoffnung. Grün ist auch unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kunden«, ist sich Konrad Thannbichler deshalb ganz sicher.

Die Verarbeitung von SALCOS® Stahl zu CO2-reduzierten Stahlrohren sehen wir als weiteren Meilenstein in der über 130-jährigen Mannesmann Herstellerkompetenz.Konrad Thannbichler, Verkaufsleiter Mannesmann Line Pipe

Schritt für Schritt zu klimaneutralem Stahl

Die klimaneutrale Stahlproduktion der Salzgitter AG erfolgt langfristig in drei Ausbaustufen. Durch den schrittweisen Ersatz der aktuell genutzten Hochöfen durch Direktreduktions­anlagen und Elektrolichtbogenöfen wird die Salzgitter AG bereits Ende 2033 technisch in der Lage sein, rund 95 % der Emissionen einsparen zu können.     
 

SALCOS®-Produkte aus CO2-reduziertem Stahl werden bereits heute immer stärker nachgefragt. Namhafte Kunden haben sich bereits Mengen gesichert. Der CO2-reduzierte Stahl der Salzgitter AG hilft den Unternehmen u. a. auch dabei, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.


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