Rundum geprüfte Sicherheit
Für das Fernwärmenetz ›WarmtelinQ‹ des Betreibers Gasunie lieferte
Mannesmann Line Pipe inzwischen über 4.000 HFI-geschweißte Stahlrohre. Jedes einzelne durchlief eine umfassende Ultraschall-Vollkörperprüfung, um für einen reibungslosen Betrieb nach höchsten Sicherheitsstandards zu sorgen.
Seit April 2022 baut der Leitungsnetzbetreiber Gasunie in Rotterdam ein weitreichendes Fernwärmenetz auf. Mit ›WarmtelinQ‹ wird die bislang ungenutzte Restwärme der im Hafen ansässigen Industrieunternehmen zur nachhaltigen Beheizung von Privathaushalten sowie für Industrie- und Gewerbekunden genutzt.
Für den ersten Bauabschnitt Rotterdam–Vlaardingen–Den Haag lieferte Mannesmann Line Pipe 2023 bereits rund 900 t HFI-geschweißte Stahlrohre.
Ausbau schreitet weiter voran
Nach Abschluss des ersten Bauabschnitts laufen derzeit u. a. Arbeiten am 25,6 km langen Abschnitt Rijswijk–Leiden. Ziel ist es, auch Teile der 125.000 Einwohner zählenden Stadt Leiden mit nachhaltiger Wärme zu versorgen.
Auch für dieses Teilprojekt lieferte Mannesmann Line Pipe verschiedene Abmessungen HFI-geschweißter Stahlrohre von DN 300 bis DN 600. Rund 4.300 t Rohre wurden nach engsten Fertigungstoleranzen (EN253) in Siegen und Hamm gefertigt und zur Weiterverarbeitung an die FW-Fernwärme-Technik sowie über die ms con-cept GmbH an die isoplus GmbH geliefert.
Netzplan des Fernwärmenetzes »WarmtelinQ«.
Verlegung einer Rohrbrücke zum Uniper-Kraftwerk, Den Haag im Juni 2025. Foto: © WarmtelinQ, Vincent Basler
Open-Grid-Konzept mit weiterem CO2-Einsparpotenzial
Um in Zukunft weitere lokale Wärmeerzeuger und -verbraucher anschließen zu können, wird das Netz als Open-Grid-Konzept realsiert. Im Idealfall könnten so später einmal bis zu 500.000 Wohneinheiten in der dicht bebauten Region Rotterdam an ›WarmtelinQ‹ angeschlossen werden. Die Verwendung ungenutzter Prozesswärme aus Industrie und Gewerbe eröffnet damit die Möglichkeit, zusätzlich enorme CO2-Einsparpotenziale zu erschließen.
Zusammenarbeit mit renommierten Systemherstellern
Als Lieferant für Medien- und Mantelrohre verfügt Mannesmann Line Pipe über eine jahrzehntelange Expertise mit renommierten Systemherstellern von Fernwärmerohren. Ausschlag-gebend dafür sind die Aspekte technisches Know-how, höchste Qualität und Zuverlässigkeit sowie die Erfüllung anspruchsvoller Kundenspezifikationen. Dazu gehört auch die Ultraschall-Vollkörperprüfung jedes einzelnen Rohres.
Foto: © WarmtelinQ, Vincent Basler
Besondere Kundenanforderung Ultraschall-Vollkörperprüfung
Produktmanager Kevin Kroh erklärt Hintergrund und Verfahren der aufwendigen Prüfung.
Herr Kroh, warum mussten die Rohre zusätzlich komplett geprüft werden?
Aus Sicherheitsgründen verlangte der Netzbetreiber Gasunie für die Lieferung der Rohre die Herstellnormen EN 10217-2 und EN 10217-3. Für die Stahlgüten P235GH und P265GH sowie für die Stahlgüte P355NH jeweils die Prüfkategorie ›TC2‹. Dies machte eine Ultraschall-Vollkörperprüfung jedes einzelnen Rohres zwingend erforderlich.
Wie läuft die Prüfung genau ab?
Jedes Rohr wird zunächst in bzw. unter der Anlage platziert. Dann werden die Ultraschall-Prüfköpfe automatisch in ›12- Uhr-Position‹ über dem Rohr ausgerichtet und das Rohr in sehr langsame Rotation versetzt. Gleichzeitig verfährt der Prüfkopfschlitten in Längsrichtung über das Rohr. Geprüft werden die Schweißnaht und der Grundwerkstoff des gesamten Rohres auf Längsfehler und Dopplungen. Zusätzlich ist mit diesem Verfahren auch eine Messung der Wanddicke des Rohres am gesamten Rohrkörper möglich.
Was sind die Vorteile der Prüfung?
Neben der Prüfung der Schweißnaht werden auch Materialfehler im Grundwerkstoff der Rohre ausgeschlossen. Somit werden Langlebigkeit und höchste Sicherheitsstandards unserer Stahlrohre ›Made by Mannesmann‹ gewährt. Jedes gefertigte Rohr erhält eine eigene Herstellnummer und wird mit dem Prüfzeugnis in unserem ERP erfasst und dokumentiert.
Foto: © Wolfram Schroll
