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Beatrice Offshore Windfarm Limited | Strom aus Offshore-Windkraft für bis zu 450.000 Haushalte | Projekte | Ausgabe 10 • Juni 2017 | Line Pipe Global

Line Pipe Global

Ausgabe 10 • Juni 2017

Beatrice Offshore Windfarm Limited

Strom aus Offshore-Windkraft für bis zu 450.000 Haushalte

Projekte und ihre Abwicklung werden immer komplexer und verlangen von den beteiligten Unternehmen ein Höchstmaß an Flexibilität. So auch im Fall Beatrice, dem Bau eines Offshore-Windparks vor der Nordostküste Schottlands. Salzgitter Mannesmann Line Pipe belieferte für ein und dasselbe Projekt fünf Auftragnehmer in Deutschland, Polen, Dänemark, den Niederlanden, Belgien und Schottland.

In der Bucht Moray Firth soll bis 2019 der Windpark Beatrice entstehen. 13,5 km von der Küste entfernt werden 84 Offshore-Windturbinen errichtet, die 588 MW Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen. Dies entspricht dem Strombedarf von bis zu 450.000 Haushalten.

Internationales Betreiberkonsortium

Errichtet wird das 3,15 Milliarden Euro (2,6 Milliarden Pfund) teure Projekt von der Beatrice Offshore Windfarm Limited, einem Betreiber-Konsortium, das aus dem schottischen Energieversorger SSE, den Copenhagen Infrastructure Partners und der Red Rock Power Limited, einem Tochterunternehmen der chinesischen SDIC Power Holdings Co., besteht. Im Windpark gelangt eine neue Generation von 7 -MW-Windturbinen zum Einsatz, die mit Rotorblättern mit einem Durchmesser von 154 Metern ausgestattet sind. Nach seiner Fertigstellung wird der Windpark von einer Betriebs- und Wartungsbasis in Wick aus gesteuert werden.

Aufbau und Anschluss

Siemens Wind Power wird die 84 Windturbinen der leistungsstarken 7-MW-Generation liefern. Die Division Energy Management von Siemens und das Unternehmen Nexans sollen für den Offshore-Netzanschluss sorgen. Nexans liefert und installiert die dazu erforderlichen Kabel von rund 260 km Länge. Das zu Subsea 7 gehörige Unternehmen Seaway Heavy Lifting wird die Herstellung und Installation der Gründungsstrukturen sowie die Installation der beiden von Siemens gelieferten Offshore Transformer Modules (OTMs) für den Netzanschluss übernehmen.

 

Smulders Projects erhielt den Auftrag zur Fertigung von 28 Gründungsstrukturen. Die gelieferten HFI-geschweißten Rohre kamen hier als J-Tubes zum Einsatz.
Fotos © Smulders


Im britischen Hull werden die 75 m langen Rotorblätter gefertigt.
Abbildungen: © Siemens AG

 

Installation der Turbinenfundamente

Der Auftrag zur Fertigung der 84 Jacket-Gründungsstrukturen wurde von Seaway Heavy Lifting aufgeteilt. 30 Stück werden im dänischen Lindoe Industrial Park von Bladt Industries gefertigt. 28 Jacketstrukturen wurden an Smulders Projects vergeben und die restlichen 26 werden von BiFab an den Standorten (facilities)Burntisland, Methyl und Arnish hergestellt. Die Fundamente sind bis zu 71 m hoch und teilweise 830 Tonnen schwer. Die Aufstellung erstreckt sich auf ein 131 km² großes Gebiet mit Wassertiefen von bis zu 58 Metern.

Aus eins mach drei plus zwei

Was bei der Projektanfrage für Salzgitter Mannesmann Line Pipe noch als überschaubare Stückliste aussah, entpuppte sich bei der Auftragserteilung als anspruchsvollere Aufgabe als zuvor gedacht. Aus einer Anfrage waren aufgrund der Aufsplittung zur Herstellung der Gründungsstrukturen inzwischen drei unabhängige Einzelaufträge geworden. Bestellt wurde von Edgen Murray (UK), Helens Rör (Dänemark) und Vallourec in Düsseldorf. Zusätzlich hatten inzwischen auch schon die Lagerhändler NTS (UK) und Salzgitter Mannesmann Stahlhandel Sp. z o.o. (Polen) weitere Mengen über Lageraufträge und Rahmenverträge für das Projekt geordert. Dementsprechend aufwendig gestalteten sich Planung und Koordination der Aufträge, die von der Bestellung des Vormaterials bis zur Produktion der Stahlrohre an den Standorten Hamm und Siegen intern in Lose aufgeteilt wurde.


Lieferung an neun Standorte in sechs Ländern

Als es dann zur Auslieferung der gefertigten Rohre kam, wurde es noch komplizierter. Die Lieferung splittete sich noch einmal auf und weitere Lieferadressen mussten eingeplant und getaktet werden. Insgesamt waren neun Unternehmensstandorte in sechs europäischen Ländern zu beliefern. »Dieses Projekt ist ein typisches Beispiel, wie in vielen Industrien zunehmend arbeitsteilig produziert wird«, sagt Guido Ludwig, der bei Salzgitter Mannesmann Line Pipe als Leiter des anspruchsvollen Projektes zuständig war. »Ein einzelnes Unternehmen kann die komplette Leistung nicht mehr wirtschaftlich anbieten.« Geliefert wurden insgesamt über 1.000 Rohre, in Durchmessern von 457 bis 610 mm und Wanddicken von 12,5 bis 25 mm. Der wesentliche Teil wurde an den Jacketstrukturen als Kabelschutzrohre verbaut. »Das ist natürlich schon etwas besonderes, wenn man weiß, dass man für ein und dasselbe Projekt an fünf Händler und Kunden an neun Standorten in sechs Ländern liefert.« Dank der in der Projektabwicklung erfahrenen Verkaufsmitarbeiter und Logistik-Experten konnten sogar noch kurzfristige Änderungen und Kundenwünsche Berücksichtigung finden.

Neuartige Netzanbindung

Die Netzanbindung erfolgt erstmals über ein modulares Konzept mit zwei Offshore-Transformator-Modulen (OTM®), die den Strom von 33 kV auf 220 kV transformieren und anschließend über zwei 69 km lange Kabel an Land leiten. Die Anlagen sind ein Drittel leichter und kleiner als konventionelle Wechselstromumspannstationen und sollen die Anschlusskosten um rund 40 % reduzieren. An Land soll die Spannung in einer weiteren Umspannstation auf 400 kV transformiert und der erzeugte Strom von dort aus weiterverteilt werden.

Offshore-Strom für unter 8 Eurocent

Mit der Fertigstellung des Rotorblattwerks in der britischen Stadt Hull 2016 und der Maschinenhausproduktion in Cuxhaven ab Mitte 2017 erwartet Siemens einen Effizienzschub in der Windenergieerzeugung. Das Unternehmen avisiert die Kosten des aus Offshore-Windkraft erzeugten Stroms bis 2020 auf weniger als 10 Eurocent und bis 2025 auf unter 8 Eurocent pro Kilowattstunde zu drücken. Offshore-Windparks sollen damit nicht nur umweltfreundlichen, sondern auch zunehmend günstigen Strom liefern. Beatrice wird seinen Beitrag bereits ab 2019 dazu leisten.

 

Visualisierung des neuen Offshore-Transformator-Moduls
Abbildung: © Siemens AG


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